Sie sind hier:/Interview mit einem wahren Language Technologies Expert

Vor gut 10 Jahren hat unser Kollege Henning aus der IT Abteilung angefangen in der Übersetzungsindustrie zu arbeiten – damals noch bei einem Hersteller von Translation Management Systemen (kurz: TMS). Spannend, findet unser tesedi und stellt ihm einige Fragen zur Branche von vor 10 Jahren im Vergleich zu heute.

 

tesedi: Lieber Henning, du bist nun seit 10 Jahren in der Übersetzungsbranche tätig und kannst uns einiges darüber sagen. Was gefällt dir besonders an dieser Branche?

Henning: Ich mag die technischen Herausforderungen und immer neuen Anforderungen der Branche. Hier muss man sehr flexibel sein. Außerdem finde ich es aufregend, immer wieder neue Umgebungen kennenzulernen und nahtlos in Übersetzungsworkflows einzubinden.

 

tesedi: Du hast damals bei Kunden vor Ort die Lösungen installiert und sie betreut, im Vergleich zu heute, wie üblich war es vor 10 Jahren, Translation Management Systeme in einen Übersetzungsworkflow zu intergieren?

Henning: In vielen Firmen gab es damals noch kein Gespür für Wiederverwendbarkeit von Übersetzungseinheiten, für Firmenweite Terminologie oder für die nahtlose Integration von Übersetzungsworkflows in die Firmenumgebung. Übersetzungen wurden nach draußen gegeben und jedes Mal komplett neu übersetzt. Das hat sich mit der Zeit gewandelt. Gingen wir damals proaktiv auf die Kunden zu und haben unsere Lösungen vorgestellt, so kommen mittlerweile die Kunden auf uns zu mit konkreten Vorstellungen.

 

tesedi: Sowohl bei deinem ehemaligen Arbeitgeber als auch bei der tsd warst und bist du eine beliebte Ansprechperson bei technischen Fragen. Haben sich die Probleme deiner Kunden verändert?

Henning: Ein klares Jain, es gibt immer wieder ähnliche Fragen und Problemstellungen, auch wenn die Fragen komplexer geworden sind. Mittlerweile haben aber viele Programme festdefinierte Schnittstellen, mit denen z.B. die Anbindung an die TMS Systeme vereinfacht werden. Das war vor 10 Jahren noch nicht der Fall.

 

tesedi: Heute unterhalten sich alle über Machine Translation Lösungen, was war denn vor 10 Jahren das Thema der Stunde?

 

Henning: Autorenunterstützung war damals ein großes Thema, Terminologie natürlich ebenso (wie auch heute noch). Außerdem stand die Übersetzung im Webfrontend in den Startlöchern.

 

tesedi: Was ist deine liebste technische Weiterentwicklung in der Übersetzungstechnologie (du kannst hier ruhig die Hersteller nennen)?

  Henning: Es gibt sehr viele spannende Weiterentwicklungen, gerade im Bereich KI.

 

tesedi: Und noch eine Frage zum Schluss: Wenn du in die Zukunft blickst, wie, glaubst du, wird sich der Einsatz von TMS oder anderer Übersetzungstechnologie entwickeln?

Henning: Ich nehme an, Machine Translation auf der einen und Transcreation auf der anderen Seite werden einen immer höheren Stellenwert bekommen.

2018-11-12T15:17:05+00:00